Das Fyrobed-Chörli

Gegen Ende des Jahres 1990 trafen sich im „Ramsenhof“ im Westen von Herisau einige ehemalige Jodlerkameraden. Berufliche Belastungen und die vielen Vereinsverpflichtungen sind Gründe, welche diese Sänger vor Jahren bewog, aus ihren Vereinen zurückzutreten. Zusammen gerechnet leisteten fünf der Sänger mehr als 70 Jahre Vorstandsarbeit in ihren ehemaligen Clubs. Aber alle vermissten sie das Singen und Zauren. Sie alle wollten in der Freizeit wieder etwas tun, aber nicht mehr so viel und so oft, und das kann man eben nur in einer kleinen Gruppe verwirklichen. Das gesteckte Ziel war, altes appenzellisches Liedgut zu pflegen und sich alle vierzehn Tage zu treffen und einfach „zfrede se“.

 

Bald aber merkten die Sänger, dass andere Leute auch Freude am Gesang hatten und so ergab es sich, dass bald die ersten Auftritte an Firmenanlässen, Geburtstagsfeiern und Hochzeiten erwünscht waren. Aber ohne Namen wussten die interessierten Zuhörer nicht, wer denn da eigentlich singt. Dies war der Grund, weshalb die Jodler am Freitag, den 13. September 1991, im „Sedel“ das Fyrobed-Chörli gründeten. Die musikalische Leitung des Jolderchörlis übernahm Albin Brugger und als Obmann wählten die Jodler René Wäspi.

 

Das Ziel der Sänger ist natürlich nicht, viele Auftritte anzunehmen, denn sie möchten auch in Zukunft nicht wieder so belastet sein. Das Fyrobed-Chörli sieht sich nicht als Konkurrent der anderen traditionellen Herisauer Jodelchöre, denn das aus elf Mann bestehende Chörli will sich nicht vergrössern. Allseits gute Beziehungen und Kameradschaft pflegen sind dem Chörli wichtiger. Es liess sich aber trotzdem nicht vermeiden, dass der Name dieses Chörli, vielleicht wegen dem Bekanntheitsgrad einiger seiner Sänger innert kurzer Zeit auch Anfragen aus dem Ausland erhielt und dies war auch der Grund, dass man gemeinsam mit anderen Formationen am 30. Juli – 7. August 1993 nach Ungarn reiste.


Mit dem Chörli reisten auch die Ramswag Alphornbläser aus St. Gallen mit dem Fahnenschwinger Herbert Blöchlinger aus Eschenbach und das Ländler Trio Gartenhöckler aus Teufen/Appenzell und dazu noch zahlreiche Angehörige und Bekannte der Aktiven. Die Reisegesellschaft, bestehend aus 50 Personen erlebte herrliche erlebnisreiche Tage in Ungern. Ausflüge an den Balaton See, an das Donauknie und in die Pussta gehörten zu den schönsten Reiseerinnerungen. Die Reise hätte länger dauern müssen, wenn man die prächtige Stadt Budapest genauer hätte kennen lernen wollen. So beschränkte sich das Reiseprogramm auf die interessantesten und sehenswertesten Bauten und Orte in und um Budapest. Allerdings erlebte die Ostschweizer Folklore-Gruppe unvergessliche Stunden bei Besichtigungen von Burgen, Schlössern, Csárdás auf Pferdekutschen, auf dem Schiff und vor allem auch in den Weindegustationen und beim üppigen Essen bei Zigeunermusik in den gemütlichen ungarischen Lokalen.

 

Zu einem Höhepunkt dieser Reise gehörte aber zweifellos die einmalige Bundesfeier, hoch über der Stadt Budapest, wo die Jodler, Musikanten, Fahnenschwinger und Alphornbläser stürmischen Applaus ernten und mancher Heimweh-Schweizer sich seiner Tränen nicht schämte. Ein einmaliges Erlebnis für Aktive und Mitreisende war bestimmt auch die Besichtigung der Schweizer Botschaft am Tag der offenen Türe und tags darauf der Diplomatenempfang in der Residenz, wo die feinen Zäuerli und Jodellieder, die löpfige und attraktive Musik, sowie die wehmütigen Alpornklänge interessierten Diplomaten und Geschäftsherren aus aller Welt vorgestellt wurden. Die Mitglieder der Reisegesellschaft bewegten sich in dieser erlauchten Gesellschaft, mit einem Sektglas in der Hand, als gehörte dies zu ihrem Alltag. (Aus der Historie des Fyrobed-Chörli)

Auftritte

Mittwoch, 30. Okt. 2019

14.30 - ca. 16.00 Uhr

Seniorinnen- und Senioren Treff Waldstatt:

 

"Singe ond Zaure"

 

Im Seniorenheim Bad Säntisblick, Waldstatt